Die 645D und der Zweifach- Konverter- Test

Auf der Suche nach einer günstigen Möglichkeit, die Brennweiten meiner Objektive zu verlängern und gleichzeitig nicht zu viel Mehrgewicht mit mir herumzuschleppen, habe ich mal über die Lösung „Telekonverter“ nachgedacht und mit so ein Teil zugelegt. Es geht hierbei immer wieder um die Handgepäcktauglichkeit(Gewicht), die bei solchen Kameras ohnehin schon eingeschränkt ist.

Das Gute daran war, dass ich ihn für sehr wenig Geld und eine geringe Zollgebühr aus Kanada schicken lassen konnte: Gekauft, bezahlt und nach einer Woche kam der Paketbote mit dem Teil bei mir vorbei.

Das Schlechte daran ist, dass man mit diesem Konverter geschätzte 50% seiner linearen Auflösung verliert. Rechnet man das auf den Sensor um, heißt das, dass von den knappen 40 MP der 645D nur noch rund 25%, also etwa 10 MP zur Verfügung stehen. Das bedeutet auch, dass man größere Abzüge als etwa 50/60 eigentlich vergessen kann. Dann wird das für das geübte Auge bereits deutlich sichtbar.

Hier mal drei Bildchen:

Birke bei Peine. Ohne Konverter. Mit dem 45-85, Blende 10 bei 1/100stel Sek., ISO 400.

100%iger Crop aus dem obigen Bild.

Hier ein Ausschnitt mit dem Zweifach- Konverter. 100%- Crop.

…Der Crop dazu. Mit Konverter. Blende 22 bei 1/13tel Sek.

Die letzte Aufnahme war übrigens die schärfste, das ich aus diesem Konverter herausholen konnte: Nur verhalten abgeblendet, Stativ, Kabelauslöser, Spiegelvorauslösung, ziemlich windstill und Sonnenschein.

Ganz genau kann man das hier nicht darstellen und wissenschaftliche Gültigkeit besitzt dieser Versuch aufgrund der Herangehensweise auch nicht. Aber man kann schon mal deutlich sehen, wo das Problem liegt.

Angetestet hatte ich das Teil eigentlich schon auf meiner diesjährigen Tour in die USA; allerdings war ich aufgrund des mitgenommenen Carbonstatives nicht sicher, ob das Staiv wackelt oder der Konverter wirklich derartig große Leistungsverluste verursacht.

Meiner Ansicht nach verschlimmbessert dieser Konverter die wirklich guten Pentax- Optiken in einem Ausmaß, dass ich nicht einmal als Amateur wirklich bereit gewesen wäre, das so zu akzeptieren, wenn ich das Teil neu gekauft hätte. Habe ich aber nicht.

Am Ende zeigt sich auch hier wieder, dass man eigentlich nicht mit den Konvertern arbeiten sollte. Hier macht das nicht einmal als Notfalllösung wirklich Sinn. Wenn man allerdings auf Film schießt, kann das wiederum anders aussehen, vor allem, wenn man mit eher grobkörnigem Material arbeitet und das auch noch in Rodinal entwickelt.

Es ist also immer noch wie weiland zu Analogzeiten: Wer Qualität und Tele will, muss schleppen. Ich habe am Ende nach einiger Sucherei ein gebrauchtes manuelles 4/300 von jemanden erworben, der auf Autofokus steht und Geld brauchte.

Nicht ausprobiert habe ich allerdings den 1,4-fachen, der dem Vernehmen nach besser sein soll. Da habe ich nur sehr bescheidene Erfahrungen aus Analogzeiten, während derer ich kurzzeitig einen Sigma- Konverter an einem Nikon- Telezoom benutzt hatte.

 

 

 

Joshua Tree National Park

Schon hinter der Ausfahrt. Blick auf Twentynine Palms.

Die Arbeit(wann man das so nennen will) mit einem Spielzeug wie der Pentax 645D fordert es immer wieder heraus: Man wird, gerade, wenn man in früheren Zeiten mit Größerem gearbeitet hat, immer wider verführt, Bilder in SW zu machen und diese zu zeigen. Der Grund liegt einfach darin, dass man das schon immer so gemacht hat. Also  in der Bildaussage.

Wer sparen will, kann sich einen „America The Beautiful“- Pass besorgen, was ich auch tat. Meine Daten waren noch gespeichert. Ich brauchte nur die Kreditkarte zum Zahlen und als Identifikation. Wer hätte das gedacht.

Kurz und bündig: SW ist immer schick, wenn man es richtig macht und daher wird auch hier einiges in SW sein. Hier mal ein Beispiel, das in Farbe wirkungslos gewesen wäre.

Ast in SW.

…und eine Übersicht.

Übersicht.

Wer schon mal dort war, dem wird es augefallen sein. Der ganze Park liegt eigentlich in einer Wüste und er ist grün. Sowas ist selten und nach ein paar dürren Jahren auch notwendig. Normalerweise ist der Park um diese Zeit(Ende April) schon knochentrocken und die Sträucher sind eher schwarz als braun. Ein anderer Aspekt ist das Wetter: Man kann zum Zeitpunkt der Buchung, also ein paar Monate vor Abreise, nicht vorhersagen, wie es wird und ist. Lightroom musste dieses Mal also ein bisschen arbeiten, um bessere Kontraste und ein bisschen Leuchten in die Bilder zu bekommen. Zudem war die Kamera bei obigen Bildern noch beim „Ersten Tausend für die Tonne“, und damit noch in der Einschießphase, die auch erstmal erledigt sein will.

Ein Joshua Tree. In SW.

Ich hoffe aber, dass das Gesehene auch „rüberkommt“. Die nächsten Bilder sind etwa zweieinhalb Wochen und rund 1700 Aufnahmen später entstanden. Die Kamera musste also durchaus ein bisschen arbeiten. Wie auch der Mietwagen. 5500 Meilen habe ich dieses Mal zurückgelegt.

Felsen. Was auch sonst.

Die Bilder zeigen natürlich das, was es dort zu sehen gibt, nämlich Felsen.

Übrigens hat nicht nur Point Lobos einen militärischen Hintergrund. Dieser Park hat es auch, wie man beim Besuch des Patton- Museums am Chicago Summit herausfinden kann. Pattons Truppen haben dort dür die Operation Torch, also die Landung in Nordafrika in 1942 trainiert und wurden dort auf den Wüstenkrieg vorbereitet.

Noch ein Felsen. Wieder nicht erdbebensicher.

Dieses Mal etwas in Farbe.

Das Wetter war am Schluss meiner Tour erheblich besser als an ihrem Anfang. Das führte zu mehr Kontrast und mehr Schwitzen. Aber unangenehm war das nicht, das sei dazu gesagt.

Ähnlich dem letzten. Der Unterschied wird erkennbar.

Welche Art von Schatten man mag, ist Geschmackssache. In Wüstengegenden bevorzuge ich eigentlich die Mittags- und Abendzeit, weil man dann wirklich harte Schatten bekommt, die einer Wüstengegend am ehesten gerecht werden sollten. Am Point Lobos ist das genau anders herum. Mit geht es da wie manchen Landwirten: Die haben mit jedem Wetter ein Problem, weil man die idealen Witterungsbedingungen nur sehr selten haben kann…

Mal wieder was in Farbe.

Und ein letzter, damit alles Wesentliche gezeigt ist:

Der letzte Mohikaner.

Am Ende bleibt immer nur eines zu sagen: Wer wissen will, wie es aussieht, kann sich das ergoogeln. Wer aber fühlen und riechen will, muss hinfliegen und das Ganze selbst sehen. Dann erst weiß man, wie es wirklich aussieht. Bilder zeigen nur Ausschnitte und diese Ausschnitte sind das, was der gesehen hat, der die Bilder gemacht hat. Eine Realität spiegeln sie nur wider, soweit sie die Realität des Fotografen ist. Ich habe dieses Mal für meine eigene Realität übrigens vier Tage aufgewendet.

…Und der Allerletzte. In der Mittagszeit.

Zur Technik: Alles mit der Pentax 645D und genau zwei Objektiven gemacht: Dem FA 4,5/45-85 und dem FA 4,5/80-160. Aufgenommen als DNG. Nachgearbeitet in Lightroom 6,8. Oft Farbtemperatur, meistens Belichtung und gewandelt in Richtung SW.

 

Valley of Fire 2017

Auch dieses Mal zog es mich auf dem Rückweg vom Bryce Canyon wieder zum Valley of Fire bei Las Vegas. In der Hoffnung, neue Bilder zu finden uind vor allem Vergessenes und Übersehenes nachzuholen und andere Bilder ein bisschen besser zu machen.

Das Valley of Fire. Übersicht.

Dieses Mal ging es auch darum, ein bisschen Schwarzweiß zu machen und mal zu sehen, wie das mit der Pentax 645D so aussieht. Hier gleich mal der erste:

Felsen in SW.

Und zum Vergleich der Bildwirkung das selbe in Grün und natürlich farbig:

Der selbe Felsen in Farbe. Natürlich nicht in Grün, sondern in Rot/Blau.

Ob die gefühlte Wüstenhitze so oder so besser herauskommt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man SW zu können glaubt, kann das auch so aussehen, wie dieser Kopf hier, der bei einem Erdbeben sicher nicht mehr an der alten Stelle zu finden sein wird:

Katzenschädel. Mit einem bisschen Phantasie zumindest.

Was mir immer wieder, auch schon bei den Altvorderen, aufgefallen ist, ist der eigentlich sehr geringe Kontrast zwischen Himmel und Motivteilen mittlerer Helligkeit. Vor allem in der Mittagszeit ist das so. Andererseits hat man an einigen Stellen dort auch nur um diese Zeit überhaupt Licht und damit Kontrast, was auch nicht zu unterschätzen ist.

Hauptstraße. Ohne Autos um die Mittagszeit ist das ein seltenes Motiv.

Das Stativ konnte dieses Mal meistens im Auto bleiben, weil es hell genug für kleine Blenden und kurze Verschlusszeiten bei ISO 200-400 gewesen ist.

Noch mehr Felsen.

Das obige Bild ist vor zwei Jahren schon mal in ähnlicher Form entstanden. Aber es gibt noch mehr, das ich ähnlich schon mal gemacht  habe. Nur sind es hier im Original wesentlich mehr Pixel und damit auch mehr Auflösung.

Der Fire Canyon.

Der Fire Canyon sieht übrigens tiefer aus, als er in der Realität ist. Ich würde den Höhenunterschied vom Aussichtspunkt bis auf den Grund vielleicht auf fünf Meter schätzen. Hier noch mal ein anderer Vergleich:

Ein anderer Felsen. Hier in Farbe.

…und das Gegenstück in Schwarzweiß.

Übrigens ist es auch sehr interessant, die Reaktionen der Amis auf Mitmenschen mit dicken Kameras zu beobachten. Ich hatte dieses Mal die Pentax 645D dabei, weil mein linker Ellenbogen nach einem Arbeitsunfall operiert wurde und das Ganze für die Fujis schlicht noch zu steif gewesen ist: Ich bin schlicht und einfach nicht mit der linken Hand bis ans Objektiv gekommen und konnte sie daher einfach nicht halten, vor allem nicht mit einem Teleobjektiv.

Auch in der Wüste wächst zuweilen etwas.

Das letzte Bild zeigt nur, dass es auch in den trockensten Gegenden Vegetation gibt. Es war Anfang Mai und die Temperatur dort lag bei 38°C im Schatten. Meiner Meinung nach war es viel zu zu heiß, um großartig herumzuwandern. Als Norddeutscher ist man solche Temperaturen einfach nicht gewohnt und man muss daher ein bisschen vorsichtig sein.

Zur Technik: Hier mit einer Pentax 645D und dem FS 4,5/45-85 und dem FA 4,5/80-160. Aufgenommen als DNG. Verkleinert und ein bisschen nachgearbeitet in Lightroom 6.

 

Worauf man bei einer Hotelbuchung so achten sollte

Eine Hotelbuchung kann auch mal verwirrend sein. Fujifilm X-T2 mit 2,8-4/18-55, Blende 2,8 bei 1/174stel Sek. ISO 400. Einfache Mehrfachbelichtung, gecroppt.

…wenn man Bilder machen will

Wenn man in einschlägigen Foren unterwegs ist, stellt man gelegentlich fest, dass viele Leute es nicht so mit der Stromversorgung haben und Dinge wie einen leeren Akku als Gesetzmäßigkeit abtun. Aus meiner Sicht ist das aber keine Gesetzmäßigkeit, sondern eher etwas, das manche Leute einfach nicht konsequent zu Ende denken. Auch hier gilt: Das ist allzu menschlich und es passiert einfach. Dabei ist das recht einfach, wenn man ein paar Dinge brücksichtigt. Mindestens einen Ersatzakku nicht nur zu haben, sondern auch voll geladen zu halten, ist die einfachste Übung. Wenn man aber auf Tour ist und das Hobby ausschweifend betreiben will, komme noch einige weitere Faktoren dazu. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass auch die größte Powerbank irgendwann mal leerfotografiert ist, falls man überhaupt daran gedacht hat, die Stromversorgung der Kamera zu sichern. Bekanntermaßen ist nichts peinlicher als eine wegen falscher Sparsamkeit unausgegorene Stromversorgung, die dazu führt, dass man keine Bilder machen kann. In frühreren Zeiten war das einfach: Wollte man zwei Filme verfotografieren, hat man vier eingepackt.

Dass der Computer ein Laptop sein muss, sollte klar sein. Aber mir fielen noch einige Dinge auf, vor allem in älteren und dadurch preisgünstigen Häusern. Hier mal eine USA-spezifische Liste:

  • Die Steckdosen sind in älteren Häusern manchmal nicht geerdet. Dann kann man den manchmal vorhandenen Mikrowellenofen abstecken und dessen Steckdose nutzen.
  • Der Workaround liegt darin, nur Geräte mitzunehmen, die nicht geerdet sein müssen. Also nur Geräte mit Euro- Flachstecker und zweipolige Adapter.
  • Beim Laptopkauf muss das dediziert beachtet werden. Ist ein Schukostecker am Netzteil, muss das tolle Gerät im Laden bleiben.
  • Wenn man die Adapter hat, kann man sich auch ein längeres Verlängerungskabel mit Mehrfachsteckdose besorgen. Aber: Nicht überlasten! Mit einem Laptop, zwei Ladegeräten für die Kameraakkus und einem für das Smartphone ist man meistens noch auf der sicheren Seite. Es wichtig zu wissen, dass man Euro-Flachstecker- Mehrfachsteckdosen mit Verlängerungskabel nur ohne VDE-Zeichen bekommen kann. Deren Betrieb ist in Deutschland nicht zulässig. Man sollte sich daran halten und sie, wie schon gesagt, auch im Ausland nicht überlasten.
  • Die Ladegeräte für die Kamera kann und sollte man durch USB- Ladeschalen ersetzen. Diese wiederum kann man auch im Auto nutzen, wenn man an einen entsprechenden Gerätestecker gedacht hat.
  • Wer mit ausreichend Weisheit beschlagen ist, beschafft sich zu den Ladeschalen einen USB-Lader mit drei bis fünf Anschlüssen und etwa 2 Ampere Leistung je Anschluss. Dann können alle anderen Ladegeräte zu Hause bleiben. Man hat so einfach weniger Gepäck.
  • Bei der Belastung der Kabel daran denken, dass man nur die halbe Wattleistung zur Verfügung hat: Man legt 110 V zugrunde, multipliziert das mit den maximal bei solchen Kabeln möglichen 2,5 Ampere und kommt auf 275 Watt, die das Konstrukt als Maximum vertragen kann. Wie oben erwähnt, das genannte Kit aus Laptop, zwei Batterieladern und einem für das Telefon endet bei etwa 90-200W, je nach Nutzungsart. Kommt der Fön dazu, gibt es Feuer!

Man sollte schon bei der Online- Buchung schon darauf achten, dass ausreichend Steckdosen vorhanden sind. Auf den Bildern der Hotelzimmer kann man meistens schon erkennen, wo welche zu finden sind. Will man sich die Haare unbedingt elektrisch trocknen, sollte man das nur an der Steckdose im Bad tun. Und an einen separaten und geerdeten Adapter mit Schuko- Anschluss denken. Gleiches gilt natürlich, wenn das Ladegerät für den Laptop entgegen meinen Empfehlungen einen Schukostecker hat. Dann sollte man „alles in Schuko machen“, weil es logistisch einfacher ist.

Eine weitere noch nicht erwähnte Möglichkeit ist auch, sich im nächsten Supermarkt mit einem US-Verlängerungskabel einzudecken. Die gibt es in der zweiadrigen Variante für Stromstärken bis 13 Ampere. Aber auch hier gilt, dass man, sobald irgendwas mit einem Eurostecker ins Spiel kommt, ab dem Eurostecker nicht über die oben genannten 275 Watt gehen sollte. Sinnvoll ist das allerdings nur, wenn man öfters in die USA fliegt. Diese Kabel haben meistens drei Ausgänge, so dass man sich mit billigen Eurostecker- Adaptern aus dem Versandhandel behelfen kann. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass meistens nur Längen bis 15′, also etwa 4,5 Meter, wirklich in den Supermärkten zu haben sind. Als sinnvoller haben sich allerdings mindestens 7,5 Meter erwiesen.

Man sollte auch das hier beachten: Wenn man die komplette Stromversorgung auf „USA“ umstellt, wie ich es vorhatte, kann das beim Zoll zu Problemen führen, wenn man am grünen Ausgang kontrolliert wird. Diese Probleme kann man mit den Adaptern vermeiden, weil dann offensichtlich ist, dass die Sachen in der EU gekauft wurden.

Woher das Ganze kommt, sollte klar sein: Ich war jetzt das zweite Mal mit Digitalzeug in den USA unterwegs und habe meine Erfahrungen gemacht und ausgewertet. In Europa ist das einfacher: Die Schukosteckdosen sind häufig anzutreffen; in Frankreich braucht man eigentlich keinen Adapter, wenn der Stecker der Mehrfachsteckdoe eine Bohrung im Schutzkontakt hat; bis Norditalien und in Polen sind sie auch verbreitet; die Niederländer nutzen sie auch und die Flachstecker passen fast überall. Immer adaptieren muss man in Großbritannien, in Dänemark(Flachstecker passen aber) und der Schweiz.

 

 

Die Fujifilm X-T2

Eine altbekannte Perspektive: Die Fujifilm X-T2 mit dem XF 2,8/14

Nun habe ich auch eine, eine Fujifilm X-T2. Gebraucht erworben, weil eine Neue als Zweitgerät eigentlich nicht lohnend ist und weil man sie aus zweiter Hand relativ günstig haben kann. Ein bisschen teurer als eine T20 war sie zwar, aber dafür bietet sie eben auch ein paar Gehäusedichtungen und einen zweiten Speicherplatz für die SD- Karten.

Mein Exemplar hatte bei Kauf rund 4800 Auslösungen hinter sich, ist also noch recht neu und ansonsten eine stinknormale T2 und nichts anderes. Immerhin kam mit der Kamera noch ein For-Free-Fremd- Ersatzuakku als kostenloses Gratisgeschenk für umsonst(Man muss das wirklich betonen). Aber schön, was da ist, ist da…

Die Kaufgründe

Wie alle, habe auch ich meine kleinen Ausreden, um mir eine solche Kamera anzuschaffen.

  • Mit dem Handgriff kann man bis zu 11 Bildern/Sek. aufnehmen.
  • Beide Speicherkartenschächte sind UHSII-fähig.
  • Schnellerer AF.
  • Der Schwenkmonitor hat sich bei einer anderen Kamera mal als hilfreich erwiesen und ist bei der X-T2 robust genug.
  • Preis: Etwas billiger als eine Pro2
  • Die Gehäusedichtungen machen sie spritzwasserfest.
  • Gebraucht ist der Preisabstand zu einer T20 eher gering. Man greift dann eher zu der robusteren Lösung.
  • Der Bildzähler der Kamera kann ausgelesen werden, wenn man sich die richtige Software beschafft. Und die ausgelesenen Zahlen sind korrekt.

Der Bildzähler kann mit dem aktuellen Exiftool ausgelesen werden. Auch das sollte man wissen. Für mich ist das ein kleineres Extra, weil ich mit dieser Kamera etwa weitere 7000 Bilder machen werde. Für potenzielle Käufer ist das ein guter Schutz vor einem zu teuren Kauf. Der Verkäufer meiner Kamera erwies sich in dieser Hinsicht als ehrlich.

Mein erster Eindruck

Nun, der war, wegen eines Bedienfehlers meinerseits, denkbar schlecht. Der Vorbesitzer hat sie mit einigen Effekten benutzt und ich hatte das beim ersten Testlauf in Berlin nicht bemerkt, weil ich im Hinterkopf davon ausgehe, dass man Effekte erst auf dem Computer hinzufügt. Entsprechend genügten die allerersten Bilder natürlich nicht meinen Vorstellungen. Zudem war diese Kamera noch mit der ursprünglichen Firmware versehen, Version 1.0. Momentan sind wir bei 2.1, die ich dann eben auch mal draufgespielt habe. Das scheint aber auch kein neues Phänomen zu sein. Die Pentax 645D, die ich als Sonderangebot neu erwarb, war auch mit der ersten Firmware- Version ausgestattet und bekam erst einmal ein Update. Und die war zum Zeitpunkt meines Kaufs schon über vier Jahre im Markt. Das alles ist aber normal. Manche Leute brauchen die Updates schlicht nicht oder sie haben einfach Angst um ihre Garantie.

Der kosmetische Zustand der Kamera ist als neu zu bezeichnen(das wird er wohl trotz pfleglichen Umgangs durch mich nicht mehr allzu lange sein…). Insofern kann man hier auch ein paar Rückschlüsse über die Verarbeitungsqualität der Kamera ziehen. Die ist gut, besser sogar als bei der X-Pro2, wie ich finde.

Auch hier sieht man den guten Zustand der Kamera. Neuer als neuwertig…

Der Autofokus ist aus meiner Sicht nicht schneller als der der X-Pro2; allerdings kann man die Kamera mit dem Batteriegriff noch ein bisschen boosten. Ich traue dem AF nach einem Testlauf bei Funzellicht in meiner Dachkammer je nach Anwendung und Objektiv konservativ geschätzte etwa vier scharfe Bilder pro Sekunde zu. Zumindest mit dem 2,8-4/18-55 sollte das so sein. Das habe ich dafür benutzt. In einem Entfernungsbereich von etwa 2,5 bis drei Metern, damit das nicht zu leicht für die Kamera wird. Im Kameramenü kann man das einstellen, indem man die langsamere Einstellung für Reihenaufnahmen auf diese Bildfrequenz einstellt.

In der Bedienung gibt es einige Unterschiede, die ich erst herausfinden musste. So habe ich, Knöpfe in der Mitte anderer Knöpfe nur als Entriegelung beim Draufdrücken kennend, zuerst einmal nicht realisiert, dass man auch bei der ISO- Einstellung zuerst entriegelt, dann verstellt und dann wieder verriegelt. Gleiches gilt auch für die Verschlusszeiteneinstellung. Das sind Kleinigkeiten, aber man muss bei den ersten zwei bis drei Verstellungen daran denken. Ansonsten ist es fast wie bei der X-Pro2. Man findet alles wieder und einiges ist dank Wahlschaltern auch leichter zu erreichen als bei der X-Pro2.

Das Bedienfeld. Schön klassisch.

Wer genau hinsieht, kann die kleinen Wahlschalter unter dem Zeiten- und dem ISO-Rad deutlich erkennen:

Die Kehrseite mit benutzem und unvermeidbar nasenfetthaltigem Monitor.

So lassen sich die Aufnahmegeschwindigkeiten nicht mehr nur per Funktionstaste einstellen, sondern mit einem richtigen Schalter. Gleiches gilt auch für die Belichtungsmessung, die immerhin vier verschiedene Modi anzubieten hat, inkl. der mittlerweile obligatorischen Spotmessung. Manchmal gilt halt: Konservativ rulez…

Der erste Ausflug

Wie öfters, bin ich mit der Kamera mal wieder im Harz gewesen, um sie anzutesten. Dieses Mal waren es Rübeland und mal wieder das Okertal.

Oker. Mit dem 55-200, Blende 9 bei 1/15tel Sek. mit Stabilisator. ISO 400.

Das von mir schon mit mehreren Kameras aufgenommene Bild oben wurde nur in SW gewandelt und ein bisschen nachgeschärft. Ich habe die meisten Bilder in SW konvertiert, weil so schneller augenfällig wird, wie tolerant das ganze System gegenüber Fehlbelichtungen ist. Das kann man in diesem Fall sehr schön an den Lichtern, hier in Gestalt des fließenden Wassers, erkennen. Im Original ist noch Zeichnung. Und die Schatten sind auch nicht zu dunkel.

Wald im Okertal. Mit dem XF 2,8-4/18-55, Blende 10 bei 1/105tel Sek., ISO 400

Auch bei diesem Bild wird das eben gesagte deutlich. Hier sind die Spitzlichter in den Wolken zu finden und man könnte noch ein bisschen mehr Zeichnung oder Dramatik hineinbringen, wenn man das entsprechend nacharbeitet.

Auch aus dem Okertal. Auch das XF 2,8-4/18-55. Blende 10 bei 1/55stel Sek., ISO 400.

Dieses Bild wurde in Lightroom nachgearbeitet, um nicht zu vergessen, wie man gute SW- Qualität erzeugen kann. Auch hier ist übrigens genügend Zeichnung in den Lichtern.

Rübeland. Blende 13 bei 1/220stel Sek., ISO 400. Mit dem XF 3,5-4,8/55-200.

Auch diese Bild wurde ein bisschen nachgeschärft. Aber wie bei allen anderen auch, durfte der Dreibeiner dieses Mal im Auto bleiben.

Rübeland in Grün. Mit dem XF 3,5-4,8/55-200. Blende 11 bei 1/60stel Sek. ISO 400

Besonders wichtig und oft heikel sind Haut- und Grüntöne. Grün konnte Fuji eigentlich schon immer, wenn man mal an die Filmschachteln von denen denkt. Auch hier ist das schön fruchtig und saftig, wie es sein soll.

Noch ein Waldstück bei Rübeland. mit dem XF 3,5-4,8/55-200. Blende 11 bei 1/75stel Sek. ISO 400.

Die Bildqualität

…ist zumindest bei den ersten Versuchen wie bei der X-Pro2. Man hat weder bei den RAWs noch bei den JPEGs Grund zur Klage. Allerdings zeigt sich, dass das 18-55 und das 55-200 allmählich an ihre qualitativen Grenzen zu kommen scheinen. Das ist aber bei Zoomobjektiven normal und bei einigen anderen Anbietern immer noch wesentlich schlechter. Bisher stimmt sie allerdings noch. Gut wird das bis zu geschätzten 800 ISO. Danach fällt die Qualität deutlich sichtbar ab, bleibt aber bis 6400 ISO durchaus auch bei höheren Ansprüchen noch verwendbar. Für eine APS-C-Kamera ist das eigentlich sehr gut. Das sollte man auch sehen. Und die allermeisten Konkurrenten sind eher schlechter.

Die Geschwindigkeit

Vor allem die Datenspeicherung sollte mit den richtigen SD-Karten in den Schächten deutlich schneller vonstatten gehen als bisher mit den UHS1- Modellen wie der X-E2 und der X-Pro1. UHS-II ist deulich schneller und man merkt das. Vor allem bei der Speicherung der RAW-Daten ist man damit sehr im Vorteil, wenn es um Speed geht.

Deshalb hier mal wieder meine Empfehlung: Eine neue Kamera braucht neue Speicherkarten. Die in der X-E2 und der X-Pro1 von mit verwendeten Karten sind nur halb so schnell und damit für ausdauernde Serienaufnahmen nicht so gut geeignet wie neuere Modelle. Ich verschenke meine gebrauchten Karten grundsätzlich an den nächsten Nutzer, wenn ich die Kamera verkaufe.

Das wesentliche Upgrade zur X-Pro2 ist die Möglichkeit, in beiden Schächten auch UHS2-Karten wirklich nutzen zu können. Bei der X-Pro2 geht das nur im ersten Kartenschacht. Für das Ablegen der RAWs auf der ersten Karte und der JPEGs auf der zweiten ist das ausreichend. Aber man hat auch nur diese Möglichkeit, wenn es mit dieser Kamera mal schneller gehen soll und man die JPEGs sofort haben will. Nimmt man ausschließlich in RAW auf, wird die X-Pro2 bei Serienaufnahmen langsamer, wenn die erste Karte voll ist. Auf der anderen Seite finden rund 1200 Bilder im komprimierten RAW-Format Platz auf einer 32GB- Karte. Und diese 1200 Bilder wollen erst einmal gemacht sein.

Video

Video geht mit der X-T2 auch in 4K. Das allerdings nur bis 29,97 Frames im Vollbildmodus. Normales Full HD geht auch mit höheren Frequenzen. Ich habe das aber nicht in aller Tiefe überprüft, weil das bei mir nicht der gedachte Verwendungszweck der Kamera ist und mir geeignete Software für die Videobearbeitung fehlt. Wenn ich Filme drehen würde, hätte ich wahrscheinlich geeigneteres, z.B. eine Blackmagic Cinema oder einfach einen besseren Camcorder. Schon der robusteren Mikrofonanschlüsse und des besseren Tones willen. Ich gehe für jetzt nach einem kurzen Testlauf davon aus, dass zumindest die reine Aufnahmequalität soweit stimmt. Den AF habe ich nicht in diese Richtung angetestet. Nur der Vollständigkeit halber: Das Aufnahmeformat ist anscheinend Quicktime. Man kann es zumindest mit dem Media Player 12 abspielen.

Ein erstes Fazit

Auf meinem ersten Ausflug damit habe ich schon mal festgestellt, dass man sehr gut damit arbeiten kann. Wenn man sich die etwas speziellen Ein- und Ausschalter auf dem ISO- und dem Zeitenrad einmal verinnerlicht hat, kommt man sehr gut damit klar.

Geändert hat sich auch hier die Größe der Bedienknöpfe. Man hat endlich mal an Leute gedacht, die im Winter Handschuhe tragen und diese Rädchen schön griffig ausgeführt. Zudem sieht die Kamera so noch ein bisschen robuster aus. Sehr begrüßenswert.

 

Ein bisschen Route 66

Wer in die USA fliegt, wird irgendwann darauf stoßen: Auf die Mother Road der USA, die Route 66. Diese Route startete in Chicago und zog sich durch etliche Staaten in den USA bis nach Santa Barbara in Kalifornien. Dort gibt es Etliches zu sehen, Kurioses wie auch Interessantes und natürlich auch eine Menge Nichts. So ein Nichts ist ein Ort namens Amboy, in dem immerhin das berühmteste Werbeschild der Welt zu finden ist. Es handelt sich um Roy’s Motel.

Roy’s Motel und Cafe.

Amboy lag zur damaligen Zeit an dieser Route und entstand als Haltepunkt für Menschen, die auf dem Weg von und zur Westküste gewesen sind. Nachdem das moderne Interstatenetz entstanden war, schlossen das dortige Motel und die Tankstelle.

Einfach mal nichts…

Allerdings ist der Ort nicht so einsam, wie man annehmen sollte: Als ich dort war, waren mit mir noch andere Touristen dort. Die Tankstelle ist auch wieder in Betrieb und der Sprit dort sehr teuer. Das wiederum liegt daran, dass viele Leute ein Bild davon haben wollen, wie sie im Nichts ihr Auto oder Motorrad auftanken.

Gut frequentierte Tankstelle.

An Amboy gibt es nichts, das sonst noch interessant sein könnte. Eine Poststelle gibt es noch und ein paar verlassene Häuser stehen dort auch noch herum. Und für Geologie- Interessierte gibt es noch den Amboy Crater, der aus Lavagestein eines erloschenen Vulkans bseteht.

Elmer’s Bottletree Ranch

Ein weiterer interessanter Platz ist Elmer’s Bottletree Ranch. Elmer Long gehört zu einer Familie, die einen ausgeprägten Tick pflegt: Man sammelt seit Generationen leere Glasflaschen in der Region und hortet sie. Das wurde irgendwann zuviel und so musste ein Verwendungszweck her. Der wurde gefunden, als er Anfang der 2000er Jahre genug Geld beisammen hatte, um seinen Job bei einer Zementfabrik bei Oro Grande, wo auch die Ranch zu finden ist, zu kündigen und in den Unruhestand zu gehen. Schrott sammelt er wohl auch heute noch, weil der Garten einfach noch nicht fertig ist. Mehr weiß übrigens Wikipdia darüber. Deshalb sei an dieser Stelle darauf verwiesen.

Wohn- und Werkstatthütte auf der Bottletree Ranch.

Man kann aber schon erkennen, was es ist. Das Haus wirkt etwas altersschwach, der Platz unordentlich. Auch das gehört zum Gesamtkunstwerk.

Wäldchen…

Texaco…

Jeep aus den 1940ern-

Wäldchen die Zweite…

Hausnummer

Railroad Crossing

Hirschgeweih.

Dieses Opus sollte man bei starkem Wind besuchen, auch wenn es einem gelegentlich den Staub in die Augen weht. Der Grund liegt in den Skulpturen an sich, die zum Teil mit Windspielen versehen sind, deren Geräuschkulisse man gehört haben sollte, um das Ganze wirklich genießen zu können.

Was das Eintrittsgeld angeht: Das kostet nichts. Es wird aber gerne gesehen, ein paar Dollar im dort montierten Briefkasten zu hinterlassen, um das Ganze zu finanzieren. Dieser Ort ist nicht nur nach meinem persönlichen Empfinden inspirierend; auch einige sehr bekannte Magazine aus dem Kustbereich sehen das so.

Barstow

Bartsow ist für zwei Dinge bekannt: Einmal für den Eisenbahnknotenpunkt dort und zum anderen dafür, eine relativ verarmte Stadt zu sein, in der es vor allem kein Nachtleben gibt. Was man wissen sollte ist, dass es dort ein großes Factory- Outlet gibt, dessen Besuch für Shopper lohnend sein kann und dass man dort sehr günstig übernachten kann. Allerdings sollte man sich die Räume in den älteren Häusern ansehen, bevor man dort ein Zimmer nimmt. Einige der Motels dort sind ziemlich heruntergekommen. Die Häuser der bekannten Ketten sind teurer aber in Ordnung.

Bahnhof Barstow.

Casa del Desierto. Das Eingangsportal.

Arkaden.

Laubengang.

Gesehen haben sollte man auch mal den Markt von Dagett:

„Markt“ von Dagett.

Das Bild zeigt ein paar Marktstände, die tatsächlich im Rahmen eines alljährlich im Frühjahr stattfindenden Festivals genutzt werden. Das Baumaterial ist Holz; die Gegend ist einsam und trocken. Also kann man das auch stehen lassen. Stehlen wird das keiner und verfaulen kann es mangels Regen auch nicht…

Der Gerät: Pentax 645D, hier meistens mit dem FA 4,5/45-85 und bei ISO 200-400. Aufgenommen im DNG-Format und nachgearbeitet in Lightroom 6.

 

Bryce Canyon

Das Amphitheater.

Wer A sagt, muss auch Bryce sagen. Wie in allen Orten, an denen ich gewesen bin, war die Hotelübernachtung am Bryce Cayon recht teuer. Also zog es mich dieses Mal zur Übernachtung nach Panguitch, einem netten kleinen Städtchen unweit vom Bryce Canyon. Fahrtdauer rund eine halbe Stunde. Das war während dieser Tour neben der Fahrt zum Point Lobos(20 Minuten ab Seaside) die schnellste Verbindung.

Amphitheater die Zweite.

Wer vom Grand Canyon dorthin will, dem sei entweder der Highway 89 nahegelegt oder eine Strecke durch den Grand Canyon, wenn man schon mal den Annual Pass hat. Die ginge von Williams über den Highway 64, dann durch den Canyon und dann erst auf die 89. Die Schwäche sollte auch klar sein: Die Strecke ist länger und man braucht ein bisschen Zeit dafür, weil man dann doch mal anhält, um die Aussicht zu genießen.

Amphitheater die Dritte.

Geschichtlich sieht es laut Wikipedia so aus, dass der Park um 1850 zum ersten Mal besiedelt wurde. Benannt wurde er nach Ebenezer Bryce, der sich um 1875 dort ansiedelte und dort am Bau einer Straße und eines Bewässerungssystems beteiligt war.

Arch.

Der Park selbst wurde 1923 zum National Monument erklärt und ist seit 1928 Nationalpark. Der dortige Scenic Drive ist ab 1931 entstanden.

Auch hier hatte ich nur einen Tag und daher den Fokus auf die Übersichten. Anderes ist so schnell halt nicht machbar.

Andere Ansicht.

Wie man auch sehr schön sehen kann, liegt dort oben an einigen Stellen noch Schnee. Die Schmelze lag in den letzten Zügen, was für Anfang Mai dort nicht ungewöhnlich ist.

Eine andere Übersicht.

Die deutlich erkennbaren Wolken sehen zu meiner Überraschung sehr photoshopmäßig aus. Ich hann aber versichern, dass sie so im Bild waren, wie man das hier sehen kann.

Noch was mit Wolken, in SW.

Fernsicht.

Mit dem Wetter hatte ich am Bryce Canyon ein bisschen mehr Glück. Die Sonne schien und es war klar, was eher selten vorzukommen scheint.

Hoodoos.

Hoodoos werden sie genannt, die Felstürme, die man überall dort sehen kann, vor allem die im Amphitheater am Inspiration Point, wo auch die ersten drei Bilder entstanden sind. Man sagt diesen Felstürmen nach, dass sie auch heute noch durch Regen und ablaufendes Schmelzwasser fleißig vor sich hin erodieren. Sie ändern also immer noch ihr Aussehen und ihre Form, auch wenn es vermutlich Hunderte von Jahren dauern dürfte, bis diese Veränderungen wirklich erkennbar werden.

Zur Technik: Wie alles auf diesem Trip Pentax 645D mit dem 45-85 oder dem 80-160. Aufgenommen als DNG und gewandelt entweder in Lightroom oder in Photoshop Elements 13(jaja, ich weiß, dass sich mal updaten sollte!). ISO eigentlich immer bei 200, damit auch wirklich viele Details erhalten bleiben. Es ist halt noch ein CCD-Sensor.

 

Drei Tage Point Lobos.

Mal wieder ein Baum.

Point Lobos war dieses Mal einer der wichtigsten Anlaufpunkte meiner diesjährigen Tour. Ich habe dieses Mal immerhin drei Tage darin investiert und dort weitere Bilder gemacht.

Also mal wieder, werden einige hier vielleicht schon sagen. Aber Point Lobos ist einfach einer der schönsten Plätze in Kalifornien, der hinsichtlich Schönheit und fotografischer Möglichketen andere Plätze einfach aussticht. Mit einer Schwäche allerdings, die im Internet immer wieder augenfällig wird, wenn man danach sucht: Man muss sich schon mal ein bisschen bewegen, wenn man Bilder will. Und zwar auch dort relativ weit vom Auto weg.

…und in Farbe geht es auch.

Wer Point Lobos sagt und sagt, dass er(Hier im Sinne von Mensch, die Damen mögen sich also nicht ausgeschlossen fühlen.) dort fotografieren will, sollte es mit dem guten alten Sankt Anselmus halten, der auf die Frage nach der besten Kamera eine ganz schlichte Antwort hatte: „Ich nehme die schwerste, die ich gerade tragen kann.“ Das bezog sich dereinst auf die Benutzung möglichst großer Negativformate, die bis vor etwa 10 Jahren durchaus relevant war. Heute ist es eher so, dass man das tendenziell auch noch tun sollte, aber insgesamt weniger Kraft braucht. Heute sollte es eher heißen: „die Schwerste, die ich noch bequem bezahlen kann, ohne mein Haus zu beleihen oder meine Lebensversicherung zu verpfänden…“

Wieder zurück zu SW.

Schleppen wird so eher zur Hintergrundbeschäftigung. Eine Mittelformatkamera ist schon deutlich leichter als eine 8×10″-Linhof, die es mit ein paar Objektiven, Filtern, Filmkassetten und einem guten Stativ in der leichtesten Version durchaus auf 25Kg und mehr bringen kann. Allein die Kamera macht in der Gestalt einer Optischen Bank schon mal 10 Kg aus, ohne Optik versteht sich. Für eine Holzkamera kann man davon etwa 5Kg abziehen. Die 645 summiert sich auf etwa 10Kg auf, wenn man mit einer gewissen Weisheit vorgeht und sie lässt sich schön bequem im Rucksack transportieren. Da weiß man dann, warum man in Yosemite auch heute noch ein Maultier mieten kann…

…noch was Klassiches.

Im 2015er Artikel zu Point Lobos habe ich bereits anklingen lassen, dass es mir damals darum ging, herauszufinden, was Weston wohl gefühlt haben mag, als er dort unterwegs war. Immerhin war das in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, der für die USA bekanntlich erst Ende 1941 begann. Damit bin ich eigentlich durch. Die ersten Bilder waren noch ein bisschen davon geprägt und sie sind es auch heute noch. Aber man gewinnt trozdem mit der Zeit einen gewissen inneren Abstand dazu und entwickelt sich in eine eigene Richtung.

Baumgruppe.

Zum Thema Point Lobos kann man auch noch ein bisschen mehr schreiben. Die Gegend war mal ein Walfängerhafen, in dem auch Walöl hergestellt wurde. Zwei Fragmente aus dieser Zeit kann man dort auch noch bewundern. Die Whaler’s Cabin; und eine Rutsche in der Nähe diente damals dazu, die toten Wale an Land zu ziehen.

Eine weitere wirtschaftliche Aktivität war damals die Verladung von Kohle, die in der Nähe abgebaut wurde. Mit einer hochinteressanten Seilbahnkonstruktion übrigens, von der noch ein paar Bilder in der Whaler’s Cabin zu besichtigen sind.

Noch mehr Bäume.

Während des Krieges diente das Gebiet als Trainingsfeld für Truppen, die später in Frankreich an Land gehen sollten. Big Sur und Point Lobos haben gewisse Ähnlichkeiten mit der Küste in der Normandie. Für das Wetter dürfte das genauso gelten, aber auch für die Bewegung in der See selbst, die dort ziemlich heftig ist. Zumindest die Ostsee ist im Vergleich damit ein besserer Fischteich.

Noch ein Baum…

Zurück zur Fotografie. Auch Weston hat zumindest testweise in Farbe gearbeitet. Wer es nicht glaubt, dem sei „Edward Weston: Color Photography“ zu empfehlen. Das ist ein kleines Buch aus den 1980ern, das wahrscheinlich nur noch antiquarisch zu haben sein dürfte, das aber doch recht eindeutig belegt. Das Material, das er damals verwendet hat, war meistens Ektachrome. Das wiederum hatte den Nachteil, dass diese Bilder nicht lange hielten, demnach also nur wenige dieser Arbeiten erhalten sein dürften. Kodachrome gab es damals auch schon. Das hielt sich länger. Einige dieser alten Bilder sollten heute noch im Neuzustand sein, was deren Aussehen betrifft. Für Weston war die schlechte Haltbarkeit ein wichtiger Grund, sich wieder von der Farbfotografie abzuwenden und mit der altbewährten Methode(Negativ in 8×10″ und Kontaktabzug) weiterzumachen. Was die ganze Historie angeht: Die Dunkelkammer Westons kann meines Wissen im Rahmen eines Workshops bei Kim Weston besichtigt werden. Das Wohnhaus steht übrigens auch noch so da, wie es zu Lebzeiten des Gurus ausgesehen hat; mit dem Unterschied, dass die Bilder an den Wänden keine Originale des Klassikers sind, sondern Reprints des Enkels. Man kann auf dem Westonschen Gelände auch übernachten. Für die Verhältnisse in Carmel sogar recht preiswert.

Damit man auch erkennt, dass ich an der Küste war. Hier ein paar Wellen.

Wie man sehr schön erkennen kann, lag der Fokus dieses Mal auf den Bäumen und weniger auf die Ansichten der Pazifikküste. Der Grund wurde eingangs schon erwähnt.

Jetzt mal etwas vom Weston Beach…

Weston Beach in Farbe.

Ein Quervergleich mit den Bildern aus 2015 sei hier auch erlaubt.

Little Grand Canyon.

…Und ein Farbsehtest:

Testbild für Augenärzte, die gerne fotografieren.

…Und noch etwas anderes:

Stein…

Die Technik: Wie alles auf dieser Reise mit der Pentax 645D genacht. Meistens mit dem AF 4,5/45-85. Blenden zwischen 14 und 22, Zeiten um 1/100stel Sekunde herum. Fast immer mit Stativ.

 

Yosemite 2017

Tunnel View. Mal in schlechtem Wetter.

Wie auch in 2015, führte mich der Weg wieder nach Yosemite. Aus Zeitgründen konnte ich nur einen Tag investieren und hatte zudem Pech. Das Wetter war schlecht und eigentlich alle Wege waren nach einer Überflutung gesperrt. Man konnte im Prinzip nur ein bisschen im Tal herumfahren, einen Blick in die Shoppinggegend im Village riskieren und das war es dann gewesen. Zudem war es an jenem Sonntag sehr voll dort.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe dort nur drei Motive abgearbeitet und den Rest auf die nächste Tour verschoben. In der Hoffnung auf weniger Tourismus und besseres Wetter.

Yosemite Fall.

Man kann es aber auch als Glücksfall ansehen. Es haben zwar viele Leute dort fotografiert, aber die wenigsten werden die Bilder von dort auch zeigen. Und die meisten Leute dort fahren nur ins Village.

Nochmal Yosemite Fall. Von einer anderen Stelle aus.

Dort hat sich der gemietete Jeep übrigens bewährt. Wenn die Amis an engen Stellen ihr heiliges Blech ausparken müssen, können sie das oft nicht, weil sie schlicht nicht wissen, wie das geht und dann Angst haben, ihr kostbares und kreditfinanziertes Auto zu beschädigen. Die Ausfahrt eines Parkplatzes war ein tiefes Matschloch, dem jemand anderes schon einen Teil der Stoßstange eines tiefer gelegten Bauchklatschers(Sowas kann man nicht Auto nennen) geopfert hatte. Man hat ja Allrad…

Noch etwas mit tiefen Wolken.

Aber egal. Ich hoffe, dass sich der Rest dort irgendwann einig geworden ist, wer denn nun ausparken will und wer rein will. Wenn nicht, versuchen sie das jetzt seit 14 Tagen…

Birken. So sieht das bei trübem Wetter unterhalb der Wolken aus.

In dem Bild kann man die Ursache des Chaos‘ sehr gut erkennen. Die Flüsse dort führen nach dem letzten Wínter dort extrem viel Wasser, das erst einmal abtransportiert sein will. Nach enigen Jahren der Dürre ist das auch notwendig. Im 2015 waren die meisten Wasserspeicher fast leer.

Zur Technik: Pentax 645D mit 45-85 und 80-160. Blenden meistens bei 16 und Verschlusszeiten meistens sehr lang, etwa 1/15tel bis 1/30stel Sekunde. ISO 200. Stativ und Kabelauslöser.

 

Grand Canyon

Übersicht über den Canyon.

Auf der Liste stand dieses Mal auch der Grand Canyon, von dem ich bisher nur ein paar Übersichtsbilder machen konnte. Mit dem Wetter hatte ich Pech: Es war kalt und ziemlich dunstig. Es stand also ein bisschen Nacharbeit im Photoshop an, damit die Bilder nicht zu grau wirken und die Farben halbwegs korrekt sind.

Meine Unterkunft befand sich in Williams. Man ist von dort aus in einer guten Stunde vor Ort und kann so relativ schnell zu Bildern kommen.

Eine andere Ansicht.

Williams hat zudem den Vorteil, dass es noch weit genug vom Canyon entfernt liegt, um die Hotelpreise nicht in den Himmel schießen zu lassen und den weiteren der günstigen Benzinpreise. In Arizona ist Benzin übrigend generell etwa 70 Cent/gal. billiger als in Kalifornien. Auch das sollte man wissen.

Noch ein Touristenbildchen.

Den westlichen Teil des Canyons, genauer den South Rim, kann man nur mit dem Shuttlebus oder zu Fuß besuchen. Das Auto muss also im Village bleiben. Parkplätze gibt es allerdings genug dafür.

Hier mal was mit Wasser: Der Colorado River fließt duch den Cayon.

Ein Busfahrer von dort hat das übrigens sehr schön beschrieben: Aus dem Bus springen, schnell zwei Bilder machen und in den nächsten Bus springen. Das geht tatsächlich. Vor allem, wenn man es eilig hat und der Park gerade gut besucht ist. Dann sind die Taktzeiten der Buslinien kürzer als die üblichen 15 Minuten.

Mal einer mit einem bisschen mehr Kontrast.

Wer es also eilig hat, kann das tun. Aber selbst für die von mir gemachten Bilder ist ein Stativ mindestens zu empfehlen. Zumindest, wenn die Bildqualität gut werden soll. Die von mir verwendeten Verschlusszeiten lagen bei 1/30stel bis 1/60stel Sekunde bei Blenden zwischen 16 und 22. Bei ISO 200.

Noch ein anderer. Ein interessanter Kandidat für SW übrigens.

Wie man sehr schön sehen kann, sehen viele dieser Bilder ein bisschen wie Aquarelle aus. Das war zwar so ursprünglich nicht beabsichtigt, war aber der Ergebnis einiger Versuche, den dichten Dunst ab etwa 300m Metern Entfernung so weit zu reduzieren, dass die Bilder noch klar sind. Tut man das, muss das gesamte Bild auch wirklich überarbeitet werden. Wie es so schön heißt: In der Not frisst der Teufel Fliegen…

Canyon im Canyon?

Auch das obige Bild ist ein Ergebnis dieser Versuche. Es sei gleich darauf hingewiesen, dass man solche Nachbearbeitungen nicht in Lightroom erledigen kann. Zum Einen ist die Bildvorschau meiner Menung nach qualitativ schlechter als die im Photoshop(Auch für die von mir eingesetze Elements- Version gilt das!). Zum anderen kann man die Farben im Photoshop nach meiner Privatmeinung detaillierter nacharbeiten, was notwendig wird, wenn man an halbwegs vernünftige Ergebnisse kommen will.

Weitere Übersicht.

Das Bild oben zeigt gleichzeitig einen anderen Effekt, den man sich auch zunutze machen kann, wenn man bestimmte Bereiche eines solchen Bildes betonen will. Ob das so funktioniert, muss man allerdings bei jedem Bild neu herausfinden.

Zum Vergleich: Das ist ein Bild, wie es aus der Kamera kam. Unbearbeitet bis auf die Verkleinerung und Wandlung in das JPEG-Format.

Man ist also immer auf Experimente angewiesen. Zu Qualitätskontrolle sollte man ab und an auch mal auf SW umschalten, um zu sehen, wie die Kontraste wirken. In Farbe kann das noch gut aussehen, aber wenn man manchmal das Ganze in SW sieht und die Kontraste anpasst, gewinnt das Bild meistens noch einiges. Wenn man sich vorstellt, dass alle Bilder aus der Kamera so aussehen wie das Beispiel oben, wird klar, dass das kein einfaches Unterfangen ist.

Auch auf der Rim wächst etwas.

Die Technischen Daten der Bilder: Aufgenommen mit der Pentax 645D und meistens mit dem 45-85. Blenden bei 16-22, Verschlusszeiten meistens zwischen 1/30stel und 1/60stel Sekunde. In der Regel vom Stativ. Nachgearbeitet in Photoshop Elements 13 mittels: Klarheit beim Importieren. Tonwertkorrektur und Korrektur der Farben im Nachgang. Hier war es meistens der Magenta- Ton, der zurückgenommen werden musste, bei einem Bild auch gelb und blau. Übrigens solte man möglichst mit einem kalibrierbaren Monitor arbeiten. Ein Laptopbildschirm gehört grundsätzlich nicht in diese Kategorie, wie ich feststellen musste.